Station 19 - Wagner-Denkmal am Promenadenring
Der Standort des neuen Denkmals ist der Leipziger Promenadenring, nahe des ehemaligen Geburtshauses Richard Wagners am Brühl (s. Notenbogen-Station 1). An seinem 200. Geburtstag am 22. Mai 2013 wurde das Kunstwerk Stephan Balkenhols (geb. 1957), errichtet auf dem historischen Sockel des Leipziger Bildhauers Max Klinger, eingeweiht.
Das Gesamtensemble von Treppe, Sockel und Denkmal zeugt von dem jahrzehntelangen Bemühen, für Richard Wagner ein monumentales Denkmal in seiner Geburtsstadt zu errichten. Bereits 1883 wurde zu diesem Zweck ein Komitee gegründet, das 1904 Max Klinger für dieses Vorhaben gewinnen konnte. Der Leipziger Bildhauer hatte sich mit musikbezogenen Kunstwerken Anerkennung erworben, vor allem mit seiner berühmten Beethoven-Plastik (s. Notenspur-Station 14). Als Standort für das Denkmal wurde jene Freitreppe ausgewählt, die den Matthäikirchhof mit den Grünanlagen des Promenadenrings verband. Auf halber Höhe der Treppenanlage plante Klinger ein drei Meter hohes Postament aufzustellen, das eine über fünf Meter hohe Wagner-Figur tragen sollte. Am 22. Mai 1913, dem 100. Geburtstag Richard Wagners, fand die Grundsteinlegung statt. Der Erste Weltkrieg und finanzielle Schwierigkeiten verhinderten die Vollendung des Vorhabens. Als Klinger 1920 starb, war lediglich der mit Gestalten aus Wagners Operntetralogie „Der Ring des Nibelungen“ relefierte Marmorsockel zur Ausführung gelangt. Dieser stand von 1924 bis 2009 im Klingerhain am Elsterwehr. Seit 2010 sind die rekonstruierte Freitreppe und das Postament in den Grünanlagen am Goedelerring vereint. 2013 wurde die seit über hundert Jahren währende Leipziger Wagner-Denkmalgeschichte mit einer zeitgenössischen Denkmalgestaltung von Stephan Balkenhol (*1957) vollendet.
(Zum Wagner-Denkmal an der Oper s. Notenspur-Station 9)
Max-Klinger-Treppe/Wagner-Denkmal am Goerdelerring
Foto: Werner Schneider