Leipziger Notenspur Leipziger Notenspur Leipziger Notenspur

Festival Europäische Notenspuren 2026: Schma Leipzig - Höre, Leipzig!

14. - 21.11.2026

Die Europäischen Notenspuren sind ein Festival des Leipziger Musikerbes: Komponisten und Musikerinnen, die in Leipzig gelebt, studiert, gearbeitet und durch ihr Schaffen Einfluss auf das europäische Musikleben hatten, werden in den Mittelpunkt gestellt, facettenreich beleuchtet und neu interpretiert. Das diesjährige Festival beschäftigt sich anlässlich der Eröffnung des Leipziger Notenbogens und TACHELES 2026 – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen mit dem jüdischen Musikerbe der Stadt Leipzig. Die Veranstaltungen führen an vergessene Orte jüdischen Musiklebens, bringen verloren gegangene Musiktraditionen zurück an diese Orte und beleuchten einzelne Persönlichkeiten und Facetten dieser reichen Geschichte.

Konzerte

Samstag, 14.11.2026, 19:30 Uhr, Brodyer Synagoge: Écoute, Leipzig! Ein Dialog traditioneller jüdischer Liturgie aus Straßburg und Leipzig mit Landesrabbiner Zsolt Balla und La Chorale Le Chant Sacré

Sonntag, 15.11.2026, 19:30 Uhr, Museum der Bildenden Künste: Henriques - Hinrichsen: Eine Familiengeschichte in Liedern mit Ensemble Sospiratem

Dienstag, 17.11.2026, 19:30 Uhr, Ariowitsch-Haus: (Un)vergessen: Der Komponist, Lehrer und Kantor Samuel Lampel mit Leipziger Synagogalchor und einem Vortrag von Thomas Schinköth

Mittwoch, 18.11.2026, 11:00 Uhr, Foyer Schauspielhaus: Ein Besuch im Neuen Leipziger Operettentheater mit Salonorchester Krause

Donnerstag, 19.11.2026, 19:30, Museum der bildenden Künste: Rak Rega - nur ein Augenblick mit Herje Mine

Freitag, 2011.2026,19:00 Uhr, Stadtbibliothek: Hört, hört! Schätze der Musikbibliothek Peters IV mit Niels Gade Chamber Orchestra

Samstag, 21.11.2026, 19:00 Uhr: Notenspur-Nacht der Hausmusik 

Führungen

Sonntag, 15.11.2026, 11:00 Uhr, Stadtführung: Entlang des Leipziger Notenbogens: Zwischen Oper und Gebet im Waldstraßenviertel

Mittwoch, 18.11.2026, 13:30 Uhr, Stadtführung: Entlang des Leipziger Notenbogens im Kolonnadenviertel

Angebote für Schulen

Montag, 16. & Dienstag, 17.11.2026, vormittags nach Absprache: Workshops: Musik an jüdischen Feiertagen - Hanukkah mit Ayala Sivan Levi und Gal Levy.

Donnerstag, 19. & Freitag 20.11.2026, vormittags nach Absprache: Schulbesuche mit Musikerinnen und Musikern von Herje Mine

Donnerstag, 19.11.2026, vormittags, Ariowitsch-Haus: Konzert: Reise durchs Jahr – Musik an jüdischen Feiertagen mit Ayala Sivan Levi und Gal Levy


 

Konzerte

Écoute, Leipzig! Ein Dialog traditioneller jüdischer Liturgie aus Straßburg und Leipzig

14.11.2026, 19:30 Uhr
Brodyer Synagoge, Keilstraße 4-6
mit Landesrabbiner Zsolt Balla und Straßburger Synagogalchor Le Chant Sacré

Nussach, der spezifische musikalische Vortragsstil eines Gebetsgottesdienstes, hat eine jahrhundertealte Tradition in Europa. Die Nussachmelodien nähern sich der ursprünglichen Tempelmusik an und sind vor allem im traditionell durchgeführten Gottesdienst heute nicht mehr wegzudenken. In der Vergangenheit gab es verschiedene kantorale Gesänge, vor allem in Osteuropa, aber auch in den deutschen Gemeinden, die teilweise vergessen sind. Gemeinsam hauchen der Straßburger Synagogalchor Le Chant Sacré und das Institut für traditionelle jüdische Liturgie (ITJL) Leipzig diesen alten Melodien neues Leben ein und treten dabei gleichzeitig in einen deutsch-französischen Dialog.

Le Chant Sacré ist ein 1951 gegründeter Männerchor aus rund zwanzig leidenschaftlichen Sängern unterschiedlichen Alters. Sein Repertoire umfasst jüdisch-aschkenasische Liturgie des 19. Jahrhunderts sowie auch Ladino-Melodien, Gesänge aus Mitteleuropa oder moderne, orientalische oder chassidische Kompositionen. Der Chor ist einer der letzten Synagogenchöre Europas und gestaltet einen Großteil der Shabbatgottesdienste in der großen Synagogue de la Paix in Straßburg sowie Feste, Hochzeiten und Zeremonien. Somit leistet der Chor einen bedeutenden Beitrag zur Erhaltung der jüdisch-aschkenasischen und elsässischen Liturgie.

Das ITJL Leipzig wurde 2013 als einzige traditionelle Liturgie-Lehrstätte Deutschlands am Rabbinerseminar zu Berlin gegründet. Es bildet Ba’alej Tefillah (Vorbeter) und Hazzanim (Kantoren) aus und schließt damit eine Lücke der Ausbildung in Deutschland. Dass es sich in Leipzig befindet, ist kein Zufall, hat Musik hier doch eine lange Tradition und berühmte Kantoren wie Nahum Wilkomirsky waren hier zuhause. Das Institut wird geleitet vom sächsischen Landesrabbiner Zsolt Balla und dem Kantor Joseph Malovany (Kantor der Fifth Avenue Synagoge und Professor für Liturgische Musik an der Belz School of Jewish Music der Yeshiva University in New York), die auch beide unterrichten.

Eintritt: VVK 13,- €/erm. 11,- €, Restkarten an der Abendkasse 15,-€/erm. 12,- €

Henriques – Hinrichsen: Eine Familiengeschichte in Liedern

15.11.2026, 19:30 Uhr
Museum der bildenden Künste, Katharinenstraße 10
mit Ensemble Sospiratem (Clarissa Renner (Sopran), Friederike Merkel (Blockflöten), Babett Niclas (Harfen) und Uwe Ulbrich (Violinen))

Das moderierte Konzertprogramm erzählt die außergewöhnliche Reise der Familie Henriques, später Hinrichsen, von der Vertreibung aus Spanien über Portugal, Dänemark und Leipzig. Die Geschichte wird durch Musik des 13. bis 20. Jahrhundert lebendig, die die jeweiligen Stationen und kulturellen Einflüsse widerspiegelt.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Vier Wände voller Kunst. Jüdische Familien und ihre Sammlungen in Leipzig“ 1.10.26-31.1.27 im MdbK. In Kooperation mit der Grieg-Begegnungsstätte.

Eintritt: VVK 13,- €/erm. 11,- €, Restkarten an der Abendkasse 15,-€/erm. 12,- €

(Un)vergessen: Der Komponist, Lehrer und Kantor Samuel Lampel in Leipzig

17.11.2026, 19:30 Uhr
Ariowitsch-Haus, Hinrichsenstr. 14
mit dem Leipziger Synagogalchor unter der Leitung von Philipp Goldmann, Tenor: Falk Hoffmann, Klavier: Thomasorganist Johannes Lang und einem Vortrag von Dr. Thomas Schinköth.

Was blieb von Samuel Lampel, der fast 30 Jahre in Leipzig wirkte, als Musiklehrer an der Höheren Israelitischen Schule, als Kantor an der großen Leipziger Synagoge, als Rundfunkpionier für synagogale Musik? Seine Radiosendungen sind verloren, seine Zeitungsartikel schmoren in Archiven, die Synagoge wurde in der Pogromnacht zerstört. Lampel selbst wurde 1942 deportiert und ermordet. In den Erinnerungen seiner Schülerinnen und Schüler lebte er weiter, seine außergewöhnlichen Kompositionen überdauerten die Zeit, und es gibt Menschen, die sein Andenken in der Musikstadt Leipzig pflegen.
Der Musikwissenschaftler Thomas Schinköth und der Leipziger Synagogalchor erinnern an den Menschen – und an den Musiker. 

Eintritt: VVK 13,- €/erm. 11,- €, Restkarten an der Abendkasse 15,-€/erm. 12,- €

Ein Besuch im Neuen Leipziger Operettentheater

18.11.2026, 11:00 Uhr
Schauspiel Leipzig, Bosestr. 1
mit dem Salonorchester Krause

 „Salon Krause“ unter Leitung von Primarius Thomas Krause spielt Stücke aus dem Repertoire des ehemaligen Neuen Operettentheaters Leipzig, das sich bis 1944 im Bereich der Bühne und Seitenbühne des heutigen Schauspielhauses befunden hat. 1906 gegründet, war das Operettentheater Impulsgeber und Anlaufpunkt der jüdischen Unterhaltungskultur und durch seine direkte Nachbarschaft zur ehemaligen Großen Gemeindesynagoge auch ein wichtiger Ort jüdischen Lebens in Leipzig. 

Eintritt: VVK 13,- €/erm. 11,- €, Restkarten an der Abendkasse 15,-€/erm. 12,- €

Rak rega – nur ein Augenblick

19.11.2026, 19:30 Uhr
Museum der bildenden Künste, Katharinenstraße 10
mit Herje Mine (Izabela Kałduńska (Violine), Friederike von Oppeln-Bronikowski (Klarinette), Gal Levy (Schlagzeug), Mauricio Vivas (Akkordeon), Jakob Petzl (Kontrabass)) und Walburga Walde (Gesang)

Herje Mine spielen Ladino-Lieder, Lieder in der Sprache der Sephardim, der spanischen Juden, die im 15. Jahrhundert von der Iberischen Halbinsel vertrieben wurden und noch heute in vielen Ländern der Welt anzutreffen sind. Angelehnt an die Ausstellung des MdBK zu Leipziger jüdischen Familien und ihren Kunstsammlungen, präsentieren sie ein Programm, dass sich mit Themen wie Verlust, Vertreibung, Trauer aber auch Liebe und Hoffnung beschäftigt.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Vier Wände voller Kunst. Jüdische Familien und ihre Sammlungen in Leipzig“ 1.10.26-31.1.27 im MdbK.

Eintritt: VVK 13,- €/erm. 11,- €, Restkarten an der Abendkasse 15,-€/erm. 12,- €

 

Hört hört! Schätze der Musikbibliothek Peters (IV)! - Stimmen einer unruhigen Welt

20.11.2026, 19:30 Uhr
Stadtbibliothek, Oberlichtsaal, Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11
mit dem Niels Gade Chamber Orchestra

Zum Abschluss ihrer Konzertreihe lädt die Stadtbibliothek Leipzig gemeinsam mit dem Niels Gade Chamber Orchestras zu einem besonderen Konzertabend ein. Im Rahmen von „Leipzig feiert Tacheles“ erklingen selten gehörte Werke von Felix Mendelssohn, Anton Rubinstein und Erwin Schulhoff. Im Oberlichtsaal der Stadtbibliothek wird das reiche jüdische Musik- und Kulturerbe Leipzigs lebendig – als bewegende Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Eine Veranstaltung der Leipziger Städtischen Bibliotheken in Kooperation mit Notenspur Leipzig e.V.

Eintritt: frei

Notenspur-Nacht der Hausmusik

21.11.2026, 19:00 Uhr
Diverse Orte, Anmeldung über www.notenspur-leipzig.de/hausmusik

Schumann, Mendelssohn, Grieg – sie alle luden ein, in ihren Salons den neuesten Werken, berühmten oder aufstrebenden Musikerinnen zu lauschen. Hausmusik hat in Leipzig eine lange Tradition, wurde in Familien und in Freundeskreisen gepflegt. Zur Notenspur-Nacht der Hausmusik öffnen Gastgeberinnen und Gastgeber ihre Wohnzimmer, Läden oder Büros für bekannte und unbekannte Gäste um gemeinsam kleinen Konzerten zu lauschen, in geselliger Runde ihre Liebe zur Musik zu teilen und sich mit den Musizierenden auszutauschen. Gespielt werden Klänge von Rock bis Barock, von Amateuren und Profis, von Alt und Jung.

Eintritt: frei

Stadtführungen entlang des Leipziger Notenbogens

Zwischen Oper und Gebet im Waldstraßenviertel

15.11.2026, 11:00 Uhr
Treffpunkt: Kreuzung Goerdelerring/Tröndlinring vor Travel24 Hotel
geführt durch Dr. Melanie Eulitz (Bürgerverein Waldstraßenviertel e.V.) und Dr. Felix Papenhagen (Notenspur Leipzig e.V.)

Das Waldstraßenviertel ist das größte zusammenhängende Gründerzeitviertel in Europa und auch Heimat teils berühmter teils vergessener Komponisten und Musiker, darunter Gustav Mahler, Albert Lortzing, Herman Berlinski oder der jüdische Kantor Samuel Lampel. Sie wohnten nicht nur sondern komponierten auch hier – so soll beispielsweise Lortzings Oper „Zar und Zimmermann“ hier entstanden sein. 10 bis 20 Prozent der Einwohnerschaft waren Jüdinnen und Juden. Im Waldstraßenviertel gab es mehrere Betstuben und ein jüdisches Altersheim, Krankenhaus sowie eine jüdische Schule. Ergänzend zur Stadtführung erklingen ausgewählte Melodien live in den Räumen des Bürgervereins Waldstraßenviertel, der ehemaligen Betstube des chassidischen Rebbe Israel Friedmann. 

Eintritt: VVK 6,- €/erm. 4,- €, Restkarten vor Ort 5,- €/erm. 3,- €, nur mit Anmeldung, begrenzte Platzzahl

Zwischen Operettentheater und Synagogen im Kolonnadenviertel

18.11.2026, 13:30 Uhr
Treffpunkt: Bosestraße
geführt durch Prof. Werner Schneider (Notenspur Leipzig e.V.)

Im Kolonnadenviertel befanden sich die beiden größten Leipziger Synagogen (liberale Große Gemeindesynagoge und orthodoxe Ez Chaim-Synagoge) und des Neuen Leipziger Operettentheaters im Centralpalast. Diese Orte jüdischen Wirkens und jüdischer Musik prägten den Stadtteil. Jüdisches Leben fand sich hier aber auch in Geschäften und auf der Straße wieder. Dies änderte sich mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten, heute ist davon kaum noch etwas zu sehen. 

Eintritt: VVK 6,- €/erm. 4,- €, Restkarten vor Ort 5,- €/erm. 3,- €, nur mit Anmeldung, begrenzte Platzzahl

Angebote für Schulen

Im Rahmen des Festivals Europäische Notenspuren werden kostenlose Veranstaltungen für Schulklassen aller Altersstufen angeboten. Diese ermöglichen den Kindern und Jugendlichen einen niedrigschwelligen Zugang zu klassischer Musik und geben Einblicke in das Leben der internationalen Festivalmusiker.

Bei allen Veranstaltungen für Schulklassen ist der Eintritt frei. Aufgrund begrenzter Platzzahl ist eine Anmeldung aber zwingend notwendig. Anmeldung hierfür über Miriam Laschinski, laschinski@notenspur-leipzig.de. Genaue Uhrzeiten nach Absprache.

Workshops: Musik an jüdischen Feiertagen - Hanukkah

16. & 17.11.2026, vormittags nach Absprache
Für 3. – 6. Klassen, nur nach Anmeldung
mit Ayala Sivan Levi und Gal Levy

Konzert: Reise durchs Jahr – Musik an jüdischen Feiertagen

19.11.2026, 10:00 Uhr
Für 3. – 6. Klassen, nur nach Anmeldung
mit Ayala Sivan Levi (Cello & Saxophon), Gal Levy (Gitarre & Percussion), Izabela Kałduńska (Geige)

Schulbesuche

19. & 20.11.26, vormittags nach Abpsrache
Für alle Altersstufen, nur nach Anmeldung
Musikerinnen und Musikern von Herje Mine

Das Festival Europäische Notenspuren 2026 wird gefördert durch: