Arthur Nikisch um 1915, Foto Gewandhaus zu Leipzig
Arthur Nikisch, 1855 in Ungarn geboren und in Wien ausgebildet, kam 1878 als
Chordirektor des Stadttheaters nach Leipzig. Ein Jahr später rückte er zum Ersten
Kapellmeister auf. In dieser Position blieb er bis 1889 und war wesentlich an der
progressiven Wagner-Rezeption der Leipziger Oper beteiligt. Für zwei Jahre war
Gustav Mahler sein Amtskollege in Leipzig. Nach Stationen in Boston und Budapest
kehrte Nikisch 1895 als Gewandhauskapellmeister nach Leipzig zurück. In besonderer
Weise setzte er sich für die Werke von Franz Liszt, Richard Wagner und vor allem
Anton Bruckner ein. Dessen siebente Sinfonie hatte er 1884 in Leipzigs Neuem Theater
mit dem Gewandhausorchester zur Uraufführung gebracht und damit dem Komponisten zu
überregionaler Anerkennung verholfen.
Nikisch reformierte die Programmgestaltung der Konzerte und schuf den Typus des
reinen Sinfoniekonzerts. Er stellte sich unentgeltlich für Konzerte des
Arbeiter-Bildungs-Instituts zur Verfügung, darunter auch für das in der Silvesternacht
1918: Als "Friedens- und Freiheitsfeier" erklang Beethovens neunte Sinfonie. Diese
Aufführung begründete die bis heute gepflegte Tradition der alljährlichen
Silvesterkonzerte mit der Neunten.
Nikisch, der auch das Berliner Philharmonische Orchester leitete und in aller Welt
ein gefragter Gast war, führte das Gewandhausorchester auf seine erste Auslandstournee
– 1916 in die Schweiz.
Noch in seinem Todesjahr 1922 wurde der Platz neben seinem Sterbehaus in der
Thomasiusstraße 28 nach ihm benannt. An der Stelle des Hauses, in dem Nikisch mit
seiner Familie seit 1906 gewohnt hatte, steht heute ein Neubau aus den 80er Jahren.
Vor diesem ist zu Nikischs 75. Todestag ein von Harald Alff gestalteter Gedenkstein
enthüllt worden.
Im Neuen Gewandhaus (siehe
Notenspur-Station 1) steht die von Hugo Lederer geschaffene
Nikisch-Büste, die 1930 vor dem Künstlereingang des zweiten Gewandhauses (siehe
Notenbogen-Station 11) aufgestellt worden war.
Auf dem Leipziger Südfriedhof befindet sich die Grabstätte der Familie Nikisch.
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Station 12, ehem. Synagoge Apels Garten (orthodoxe Ez-Chaim-Synagoge) |
Nikischplatz, Nikischstele (Notenbogen-Station 13) |
Station 14, ehem. Synagoge Gottschedstraße (liberale Synagoge) |