Alter Johannisfriedhof (Notenspur-Station 6)

Alter Johannisfriedhof

Als landschaftliches Kleinod besonderer Art lädt der zum Park umgestaltete Alte Johannisfriedhof mit seinem herrlichen alten Baumbestand, mit Efeu-umrankten Mauern, Plastiken aus Renaissance bis Jugendstil, mit dekorativen Stelen und Grabplatten zum Spaziergang ein. Besucher mit Hang zur Romantik werden dessen Zauber durchaus bei jeder Jahreszeit zu genießen wissen. Bereits 1536 bestimmte Herzog Georg diesen Gottesacker zum Begräbnisplatz; es ist heute der älteste kommunale Friedhof der Messestadt.

Für Musikliebhaber dürfte die Grabstätte von Richard Wagners Mutter Johanna (1778-1848) und seine Schwester Rosalie (1803-37) einen echten Höhepunkt darstellen. Doch trifft der Interessent auf weitere bekannte Namen wie z.B. den vom Thomaskantor Christian Weinlig (1780-1842), der als Pädagoge, Komponist und nicht zuletzt als Lehrer Richard Wagners in die Geschichte einging. Friedrich Rochlitz (1769-1842) schrieb ein bedeutsames Stück (nicht nur) Leipziger Musikgeschichte als Musikkritiker und Herausgeber der damals überregional verbreiteten Allgemeinen Musikalischen Zeitung. An Carl Friedrich Zöllner (1800-60), mit seinem Lied "Das Wandern ist des Müllers Lust" quasi unsterblich geworden, erinnert ein vom Neuen Johannisfriedhof hierher umgesetzter Grabstein. Weitere Persönlichkeiten wie Rektoren der Thomasschule, Philosophen, Museumsgründer, Dichter und z.B. Frauenrechtlerinnen erlauben beim Abschreiten der Gräberreihen immer wieder neue Blicke in die Vergangenheit Leipzigs.

Der ursprünglich weitaus größere, sich über das Areal des heutigen GRASSI erstreckende Friedhof barg zudem die Begräbnisstätte J.S. Bachs. U.a. auch Robert Schumann beklagte die fehlende Kennzeichnung der Bachschen Grabstelle. Im Zuge des Um- und Erweiterungsbaus der Johanniskirche durch Hugo Licht Ende des 19. Jahrhunderts wurden Bachs Gebeine geborgen, identifiziert und dort in eine Ehrengruft gebettet. Die Kriegszerstörungen an der Johanniskirche ließen zwar Bachs Ehrengruft unversehrt, waren aber so schwer, dass 1949 Bachs Gebeine in die Thomaskirche überführt wurden und er seitdem dort seine letzte Ruhestätte hat.

Ort: Hinter dem Grassimuseum, Zugang über Täubchenweg oder Prager Straße
Geöffnet: Täglich ab 10 Uhr; Schließung saisonbedingt zwischen 16 und 20 Uhr

Station 5, Museum für Musikinstrumente

Pfeil nach links
Distanz:
170m

Alter Johannisfriedhof (Notenspur-Station 6)

Pfeil nach rechts
Distanz:
620m

Station 7, Schumann-Haus