Foto: Gustav Mahler (1860-1911) um 1885
Im August 1886 übernahm der 26jährige Gustav Mahler an der Seite von Arthur Nikisch
die Stelle des zweiten Kapellmeisters an dem 1868 neu eröffneten Leipziger Stadttheater.
Mit großem Erfolg brachte er hier unter anderem Wagners "Tannhäuser", Webers "Freischütz",
Beethovens "Fidelio" und Halévys "Die Jüdin" zur Aufführung. Als Komponist erregte er
mit der von ihm bearbeiteten und vervollständigten Oper "Die drei Pintos" von Carl Maria
von Weber weit über die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit. Mahler hatte in Leipzig
freundschaftliche Aufnahme in der Familie Carl von Webers, eines Enkels des berühmten
Komponisten, gefunden und sich bereiterklärt, das ihm vorgelegte Opernfragment zu
vollenden. Das Resultat wurde am 20. Januar 1888 unter Mahlers Leitung im Leipziger
Theater uraufgeführt. Der Erfolg mag ihn motiviert haben, sich wieder verstärkt seiner
kompositorischen Arbeit zuzuwenden. Im März 1888, nach nur sechs Wochen intensiven
Schaffens, beendete er seine 1. Sinfonie.
Die Arbeit an der Sinfonie hatte jedoch entschieden dazu beigetragen, daß Mahler seine
Verpflichtungen am Leipziger Theater vernachlässigte, woraus sich Spannungen sowohl mit
der Direktion als auch mit dem Ensemble ergaben. Der darüber hinaus gewachsene Widerstand
der Musiker gegen Mahlers kompromißlose, auf Genauigkeit dringende Probenarbeit und seine
ständige Konkurrenz mit dem angesehenen Arthur Nikisch waren weitere Gründe für ihn,
im Mai 1888 um seine Entlassung zu bitten und Leipzig den Rücken zu kehren.
Wikipedia: Gustav_Mahler
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