Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB)
Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) ist die älteste öffentliche Blindenbücherei
in Deutschland. Die Bücherei wurde 1894 in Leipzig gegründet und stellt blinden und
sehbehinderten Menschen Literatur sowie weitere Informationen in geeigneter Form zur
Verfügung.
1954 zog die Deutsche Zentralbücherei für Blinde in das Gebäude der ehemaligen
Höheren Israelitischen Schule. Dort, wo sich heute Punktschrift-Bibliothek, Hörbücherei,
Verlag und Druckerei unter einem Dach befinden, lernten von 1913 bis 1942 jüdische Schüler.
Eingeweiht am 25. Juni 1913 durch den Leipziger Gemeinderabbiner und Gründer Dr. Ephraim
Carlebach erlebte das Haus eine bewegende Geschichte, woran eine Dauerausstellung erinnert.
Die Punktschrift-Bibliothek ist so alt wie die DZB selbst und die größte ihrer Art in
Deutschland. Zu dem Bestand, der Belletristik, Sach- und Kinderliteratur umfasst, gehören
auch über 5.500 Musikalien, die weltweit ausgeliehen werden können. Blindennotenschrift
wird – wie auch die Blindenschrift – aus sechs Punkten gebildet. Beide Schriftarten wurden
von Louis Braille (1809-1852) erfunden. Seit 2003 ist das vom Bundesministerium für Arbeit
und Soziales geförderte Projekt DaCapo an der DZB beheimatet. Das Ziel von DaCapo ist es,
einen leistungsfähigen Übertragungsservice zu etablieren und Verfahren zur
computergestützten Braille-Notenherstellung zu entwickeln.
In der DZB kann eine kleine Ausstellung zu Blinden-Musikalien und zur
Braille-Noten-Herstellung besichtigt werden. Bei angemeldeten Führungen besteht die
Möglichkeit, den Mitarbeitern des Notenprojektes bei der Arbeit über die Schulter zu
schauen.
Internet: Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) DaCapo-Projekt (Blindennotenschrift)
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Station 3, Standort Marschner-Wohnhaus |
Blindenmusikbibliothek - ehem. Höhere Israelitische Schule (Notenbogen-Station 4) |
Station 5, Gustav-Mahler-Haus |